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Drahtverhau auf dem Enzdamm

Der Drahtverhau auf dem Enzdamm

Drahtverhau auf dem Enzdamm

Ein Drahtverhau riegelt den Enzdamm an der Brücke ab

Seit Mitte Januar 2011 hat Roßwag eine neue "Attraktion": Quer über den Enzdamm, unmittelbar bei der neuen Enzbrücke, riegelt ein Drahtzaun den Dammweg ab. Zusätzlich wurden Sträucher auf der Dammkrone gepflanzt. Der Wille der Bauherren ist offenbar, den bisherigen, seit über 50 Jahren von den Roßwagern und ihren Gästen gerne genutzten Dammweg im Bereich der Brücke in südlicher Richtung völlig unpassierbar zu machen. Über den Sinn dieser vom Landkreis veranlaßten Aktion lassen sich nur Vermutungen anstellen, denn eine Begründung wurde nicht mitgeliefert. Möglicherweise haben sich die Verantwortlichen geärgert, weil es ihnen nicht gelungen ist, den Dammweg völlig zuzumauern. Dazu muß man wissen, daß in der ursprünglichen Planung der neuen Enzbrücke, wie sie vor Baubeginn dem Roßwager Ortschaftsrat vorgelegt worden war, die südliche Mauer am Brückenkopf und die den Parkplatz begrenzende Mauer in einem Stück gebaut werden sollte; damit wäre an dieser Stelle eine durchgängige Mauer entstanden und der Dammweg komplett versperrt worden. Jedenfalls sind die Erfahrungen aus Stuttgart 21, nämlich daß es sinnvoll ist, die betroffene Bevölkerung korrekt und umfassend zu informieren und sie bei den Plaungen und Entscheidungen mitzunehmen, offenbar noch nicht im Ludwigsburger Landratsamt angekommen. Sonst wäre es wohl nicht - gegen den Widerstand des Roßwager Ortschaftsrates - zu einer solchen unverständlichen und nicht nachvollziehbaren Aktion gekommen.

Unabhängig davon, daß den Roßwagern und ihren Besuchern der beliebte Dammweg abgeschnitten worden ist, gibt es einen weiteren guten Grund, keine Zäune (schon gar nicht in Querrichtung) und Sträucher auf der Krone eines Hochwasserdamms zu haben: Für mehrere frühere Hochwässer, wie sie z.B. durch die Hochwassermarken dokumentiert sind, wäre der Enzdamm auch in seiner heutigen Höhe kein Hindernis gewesen. Aber immerhin könnte man, ohne Sperrzaun und Sträucher, den Damm mit Sandsäcken erhöhen und so den Hochwasserschutz im Bedarfsfall verbessern. Durch den sonderbaren Drahtverhau ist dies jedoch künftig kaum möglich, und damit ist der Damm bei kritischen Hochwässern unsicherer geworden.


28.02.2011

Inzwischen haben mehrere Mitbürger ihrer Verwunderung über das sinnfreie amtliche Bauwerk Ausdruck verliehen.

Man ärgert sich über den Drahtverhau

Man ärgert sich über den Drahtverhau



09.03.2011

Lange hat es nicht gedauert mit der Rebellion gegen behördliche Machtvollkommenheit: Die bürgerlichen Unmutsäußerungen wurden amtlicherseits entfernt, und der Drahtverhau sieht jetzt wieder sauber und rein aus.
Was das Amt wohl zu dieser Tat bewogen hat? Schließlich gibt es in Roßwag kein Haus der Geschichte, wo man den Ärger der Bürger bewahren könnte, nicht mal ein Heimatmuseum. Und noch etwas ist anders als in Stuttgart: Es gibt keine Informationen und schon gar keine Diskussionen.


14.03.2011

Pfostenlöcher

Sträucher mitten auf dem Dammweg

Es bleibt spannend: Irgendwann zwischen Freitag und Sonntag ist der Drahtverhau verschwunden, und nur ein paar Pfostenlöcher zeugen von verschwund'ner Pracht.
Damit könnten wir dieses Thema zu den Akten legen. Aber da sind noch die Sträucher, die mitten auf dem Dammweg gepflanzt worden sind und fleißig wachsen. Und solange die den Weg nicht freigeben, bleibt diese Seite online, damit wir nicht vergessen, wo sie herkommen.


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